Abteilungen

Jungschützen

Die Kompanie der Jungschützen sorgt für den jugendlichen
Nachwuchs innerhalb der Schützenbruderschaft.

Ab einem Alter von 16 Jahren kann man Mitglied werden.

Gründungsjahr:
1974
Anzahl der Mitglieder:
44
Sprecher:
Simon Middelhove
Amtierender König:
Peter Rosendahl

 

 

Die Sprecher der Jungschützen

Thomas Meister 1974 - 1976
Norbert Watermann 1976 - 1978
Hubert Wösthoff 1978 - 1981
Elmar Westkämper 1981 - 1983
Robert Wessel 1983
Christian Westkämper 1983 - 1984
Carsten Ulbrich 1984
Manfred Borrmann 1984 - 1990
Bernd Ottofrickenstein 1990 - 1993
Ralf Senger 1993 - 1997
Tobias Feldmann 1997 - 1999
Norbert Hoppe 1999 - 2001
Matthias Wagner 2001
Jörg Viefhues 2001 -2004
Simon Seliger 2005 - 2010
Patrick Beckamp 2010 - 2013
Simon Middelhove seit 2013
     

Die Jungschützenkönige (Paare)

1974 Peter Westkämper/ --- 1992 Bernd Ottofrickenstein/ Michaela Avermiddig
1975 Nobert Watermann/ --- 1993 Harry Jury/ Regine Ottofrickenstein
1976 Hubert Wösthoff/ --- 1994 Thorsten Tovar/ Nicole Käber
1977 Hubert Wösthoff/ Irmgard Edelmeyer 1995 Ulrich Heisler/ Stefanie Feldmann
1978 Thomas Meister/ Rita Tegtmeyer 1996 Raphael Arens/ Nadine Piekut
1979 Michael Hödt / Marita Löffler 1997 Ralf Senger (Kaiser)/ Cathrin Manefeld
1980 Otto Lehrich/ Anne Wösthoff 1998 Andreas Hoppe/ Stefanie Schwingel
1981 Otto Lehrich(Kaiser)/Mechtild Nottenaum 1999 Mathias Müller/ Anika Groschke
1982 Michael König/ Sabine Ulbrich 2000 Norbert Hoppe/ Siegrid Frerig-Liekhues
1983 Wolfgang Bönisch/ Sabine Ulbrich 2001 Christian Tigges/ Katharina Haufschild
1984 Norbert Rose/ Regine Ottofrickenstein 2002 Christian Heisler/Regine Ottofrickenstein
1985 Carsten Ulbrich/ Astrid Ulbrich 2003 Simon Seliger/ Vanessa Stickl
1986 Martin Fiehe/ Martina Rose 2004 Sebastian Fissahn / Sarah Goldberg
1987 Martin Fiehe (Kaiser)/ Ute Galley 2005 Daniel Bücker / Christine Kottlarz
1988 Manfred Borrmann/ Silvia Kamazien 2006 Daniel Tigges / Nicole Beermann
1989 Burkhard Reick/ Karin Hahne 2007 Daniel Wissing / Sabrina Tipkemper
1990 Ralf Senger/ Alexandra Flore 2008 Christoph Stengel /
Lina Am Ende
1991 Oliver Zumbült/ Anne Kersting 2009 Matthias Friebe /
Katharina Koppenstein
       
2010 Johannes Schwingel/
Tina Lang
2011 Georg Rettig /
Maike Haase
2012 Christoph Künne
Jessica Baldreich
2013 Julian Koppenstein/
Saskia Arndt
2014 Peter Rosendahl/
Johanna Demski
       
       
       
       

 

Chronik der St. Mauritius Jungschützen Enniger
1974 - 1999

Junge Leute hatten schon immer versucht, als Jungschützen in der Schützenbruderschaft Enniger 1929 e.V. eine eigene Gruppe innerhalb des Vereins zu gründen. Diese Bemühungen waren jedoch seit 1951 immer wieder am Widerstand der Generalversammlung gescheitert.
Seit längerem hatte sich die Schützenbruderschaft Anfang der 70 er Jahre um Nachwuchs bemüht und so trafen sich am 14. Juli 1974 im Kolpinghaus (Kersting) junge Männer zwischen 15 und 18 Jahren um mit den Verantwortlichen der Schützenbruderschaft über die Gründung einer Jungschützenkompanie zu diskutieren. Die Mitglieder des Vorstandes Wilhelm Hartmann, Dr. Franz Schlüchtermann, Rudolf Fissahn und Rudolf Balaban sowie von der Ehrengarde Ferdi Lillteicher und Paul Pospiech informierten die Jugendlichen intensiv über das Schützenwesen und die Schützenbruderschaft. Es war eine überzeugende Darstellung, denn an diesem Tag gelang die Gründung einer Jungschützenkompanie. Die 11 Gründungsmitglieder wählten Thomas Meister zu ihrem ersten Sprecher. Schnell wurde auch der Name gefunden:

 “Jungschützenkompanie Enniger 1974”

stand auf einer Anstecknadel ,die jeder Jungschütze zu tragen hatte.

Weitere 10 Mitglieder traten der Kompanie bis zur  Schützenversammlung am 3. August 1974 bei.
Als Jahresbeitrag wurden 5,- DM festgelegt.
Die Jungschützenkompanie Enniger 1974 nahm mit 21 Mitgliedern am Schützenfest vom 31.8. bis 1.9.1974 zum erstenmal als eigenständige Gruppe teil. Zu den Gründungsmitgliedern der Jungschützenkompanie gehörten:

Thomas Meister                            Georg Riesner
Norbert Watermann                       Alex Bundi
Wolfgang Baxpöhler                      Gottfried Bundi
Klaus Schlüchtermann                    Rüdiger Mehren
Dieter Lohmann                            Herbert Kokenkemper
Günter Stuckmann                         Peter Schwingel
Bernhard Reckmann                       Franz-Josef Pospiech
Bernd Steinkamp                           Uwe Timm
Peter Westkämper                         Robert Rautenstrauch
Hubert Wösthoff                            Rainer Kapitzki
Ludger Schlüter

In Vorbereitung auf das Schützenfest übten die Jungschützen zusammen mit der Ehrengarde Marschschritt, Wendungen und Ausrichtung. Der Vorstand hatte den Jungschützen ein eigenes Königsschießen zugebilligt. Deshalb wurde ein Probeschießen durchgeführt, um auch ungeübten Mitgliedern den Umgang mit dem Luftgewehr zu ermöglichen. Der Kolping billigte die Benutzung des Schießstandes bei Kersting und deshalb wurde der Stand bei  Heinrich Wösthoff von den Jungschützen aufgearbeitet und in der Durchfahrt von Thiemanns Scheune aufgebaut.

Die Würde des ersten Jungschützenkönigs errang am Samstagnachmittag des Schützenfestes Peter Westkämper, der im Luftgewehrschießen nicht zu schlagen war.

Am Sonntagmorgen traten die Jungschützen dann zum erstenmal in ihrer einheitlichen Uniform

(schwarze Socken und Schuhe, schwarze Hose, grünes Hemd und weiße Krawatte) im Festzug an. Als Fahne war den Jungschützen die  Notfahne der Schützenbruderschaft aus dem Jahr 1951 zugeteilt worden. Sie hatte damit nach Anschaffung der neuen Schützenfahne 1954 einen neuen Zweck erhalten. Sie ist eine dreigeteilte grün- weiße Stofffahne mit der Inschrift “Schützenverein Enniger 1929” im mittleren weißen Feld. Die ersten Fahnenträger der Jungschützen waren Norbert Watermann, Peter Westkämper und Dieter Lohmann, Ersatzmann war Wolfgang Baxpöhler. Sie marschierten an der Spitze der Jungschützenkompanie.
Nach dem Frühschoppen marschierten die Jungschützen zu Norbert Watermann, um sich dort im Garten auf den Nachmittag vorzubereiten. In den folgenden Jahren fand diese “Mittagsruhe” auch im Partyraum unter dem Dach statt; manchmal haben in den folgenden Jahren einige Jungschützen diese Vorbereitung nicht überstanden und traten nachmittags nicht mehr zum Festzug an.

Der erste König der Jungschützen, Peter Westkämper, erhielt im Verlauf der Krönung am Sonntagnachmittag einen von Klaus Manefeld gestifteten Königspokal und trug als äußeres Zeichen eine Königskette. Für diese Kette hat der amtierende König im Verlauf des folgenden Jahres eine Königsplakette mit seinem Namen zu besorgen. Die Jungschützenkompanie hinterließ im Verlauf des Schützenfestes einen tadellosen Eindruck.

Seit 1974 werden die Sprecher der Jungschützen zu den Vorstandssitzungen der Schützenbruderschaft eingeladen, um dort ihre Meinung zu vertreten oder Wünsche und Anregungen vorzutragen. Im Laufe der Jahre sind sie zu einem festen und wichtigen Bestandteil der Schützenbruderschaft geworden und haben die Entwicklung des Vereins mitgeprägt. Ebenfalls eingeladen wird der Sprecher der Jungschützen zu den Versammlungen der Ehrengarde. Man wünschte sich seitens des Vorstandes der Schützenbruderschaft eine Zusammenarbeit zwischen Ehrengarde und Jungschützen.

Von Anfang an haben sich die Jungschützen an der Gestaltung des damaligen Winterkränzchens aktiv beteiligt. Erster Aktiver war Peter Westkämper, der  am 25. Januar 1975 als Bundeswehrsoldat in der Bütt stand.

Im Jahr 1976 errang Hubert Wösthoff die Würde des Jungschützenkönigs; erstmals wurde auch eine Jungschützenkönigin erwählt.Im folgenden Jahr konnte er sogar die Würde eines Jungschützenkaisers erringen.
Zu seiner Kaiserin wählte er sich Irmgard Edelmeyer.

Die Jungschützen entwickelten im Laufe der Jahre vielfältige Aktivitäten und bereicherten so das Vereinsleben. Neben gruppeninternen Veranstaltungen wie Fahrradrally, Besichtigungen, Spielabende, etc war das am 24. Oktober 1976 zum erstenmal durchgeführte Fußballpokalturnier ein Höhepunkt im Jahresprogramm. Neben gutem Fußballsport mit befreundeten Mannschaften anderer Vereine des Dorfes und der Nachbarorte fand das Einlagespiel besondere Beachtung. Oft mußten sich “harte” Männermannschaften aus Vorstand, Festausschuß oder Offiziercorps den weiblichen Gegnerinnen aus den Reihen der 1975 gegründeten Schützenmädchen geschlagen geben. Nach Auflösung der Gruppe der Schützenmädchen 1976 spielte man dann gegen Damenmannschaften aus den Reihen des Vorstandes und/oder Offiziercorps und später gegen eine Mannschaft des Schützenballets “Grün-Weis” bzw. der 1983 gegründeten weiblichen Ehrengarde. Dieses Turnier fand in den folgenden Jahren insgesamt 19 mal statt und war ein fester Bestandteil im Jahresprogramm. Abschluß des Turniers war immer ein großes Fest mit Pokalverleihung. In den ersten Jahren feierte man auf dem Hof Avermiddig, später in einem Zelt auf dem Sportplatz. Nach dem letzten Turnier 1994 wurde diese Veranstaltung aus organisatorischen Gründen nicht mehr ausgetragen.

Im Verlauf der folgenden Jahre entwickelten die Jungschützen auch bis heute innerhalb ihrer Formation vielfältige Aktivitäten. Schon traditionell sind die Fahrten zu denen fast in jedem Jahr eingeladen wird. In den 80 er Jahren fuhr man z.B. nach Uelzen, Arolsen (1987), Soest, Schloß Dankern, ins Sauerland, usw.; in den vergangenen Jahren waren Bremen (1997) und Düsseldorf (1998)  das Ziel. Während dieser Fahrten kam es manchmal zu denkwürdigen Ereignissen: so ist bis heute nicht geklärt, wie Werner Hartmann (der “dienstälteste” Jungschütze ) ohne Schlüssel und ohne irgenwelche Spuren zu hinterlassen in ein verschlossenes Ferienhaus gelangte, um endlich in Ruhe zu schlafen? Bei den Fahrten steht die Geselligkeit und das 17 + 4 Spiel im Vordergrund. Gesellig geht es auch bei weiteren Veranstaltungen wie dem alljährlichen Nikolausknobeln, der Maitour oder beim  Gocart fahren zu. Ihren Hunger stillten die Jungschützen im September 1998 bei einem germanischen Essen.

Neben den eigenen Veranstaltungen waren die Jungschützen selbstverständlich zu den Veranstaltungen der Schützenbruderschaft wie Preisschießen, Kegeln, u.ä. eingeladen und besuchten als Formation bei Jubiläen die Schützenvereine in den Nachbarorten.

Ab 1979 fand die “Mittagsruhe” der Jungschützen in der Gaststätte ”Treffpunkt”, oder besser “Bei Manni” statt. Dort wurde dann über Jahre während des Schützenfestes das heimliche Hauptquartier der Jungschützen aufgeschlagen. Diese schöne Tradition endete erst mit dem Tod von “Manni” Stoltenhoff im Oktober 1992.  Die Beziehung zwischen den Jungschützen und ihm war so eng, daß man mit einer großen Abordnung und der Standarte zu seiner Beerdigung in seinen Heimatort Wetter-Volmarstein fuhr. Im Jahre 1980 schafften die Jungschützen eine neue Uniform an. Die bisherigen grünen Hemden mit den spitzen Kragenecken waren aus der Mode gekommen und konnten nicht mehr beschafft werden. Auch die weißen Krawatten wurden abgeschafft. Man entschloß sich zur Anschaffung von grünen Uniformhemden in Blousonform.

Zum 10 jährigen Bestehen im Jahr 1984 wurde eine neue Königskette angeschafft. Da sich alle bisherigen Könige bereiterklärten, eine Plakette für die neue Kette zu stiften, konnte die alte Kette und der Königspokal ins Vereinsarchiv übergeben werden.
Im Jahr 1985 konnte der SUS Enniger sein 75-jähriges Bestehen feiern. Im Rahmen der Sportwoche wurde ein “Spiel ohne Grenzen” für die Ennigeraner Vereine durchgeführt. Neben der Ehrengarde stellt seit dem auch die Jungschützenkompanie eine Mannschaft. Schon oft konnte diese Mannschaft den Siegerpokal erringen. Einige dieser Siegerpokale durften die Jungschützen bereits nach dreimaligem Sieg behalten.
Mit der Verlegung aus dem Saal des Lindenhofes in ein Zelt auf den Volksbankparkplatz im Jahr 1986 wurde das Schützenfest auch auf Wunsch der Jungschützen um eine Zeltdisco am Freitagabend erweitert. Mit dieser Disco wollte man speziell das jugendliche Publikum ansprechen und so auf die Veränderung im Musikgeschmack der Jugendlichen reagieren. Es war selbstverständlich, dass in der Organisation und Durchführung dieser Jugendveranstaltung die Jungschützen zusammen mit der Ehrengarde eine neue Aufgabe erhielten.. Am 29. August 1986 fand die erste Zeltdisco mit der Gruppe “The Skydogs” statt. Es wurde mit mehreren hundert jugendlichen Besuchern ein sehr guter Erfolg. Auch in den folgenden Jahren konnte die Zeltdisco einen hohen Stellenwert im Festprogramm des Schützenfestes einnehmen man denke nur an die Veranstaltungen mit den Gruppen Royal Flash oder L.A.Crits!).
Am Samstagmorgen nach der Discoveranstaltung war ebenfalls die Hilfe der Jungschützen gefragt: das Zelt musste von einer Diskothek in ein Schützenzelt umgerüstet werden.
Um ihre Kasse zu füllen, nutzten die Jungschützen seit 1987 ein Angebot des Vereinswirtes Josef Spitthöver und organisierten am Wochenende vor Enniger Markt eine Zeltdisco. Die Arbeit und Mühe stand jedoch nach einigen Jahren nicht mehr in Relation zum Gewinn, so dass man diese Aktivität nach einigen Jahren einstellte.
Auf Anregung der Ehrengarde waren die Jungschützen im November 1987 zu einem Wettkampf beim alljährlichen Preiskegeln eingeladen. Das Kegelkomitee wollte damit die Attraktivität des Preiskegelns steigern. Leider verloren in diesem Jahr die Jungschützen diesen Wettstreit. In den folgenden Jahren konnten sie den Siegerpokal jedoch bei dem auf einen Dreikampf zwischen Ehrengarde, weibl. Ehrengarde und Jungschützen ausgedehnten Kegelwettstreit mehrfach gewinnen.
“Grimms Märchen” war der Programmpunkt der Jungschützen auf dem Winterkränzchen im Januar 1988.
Als Schneewittchen und die 7 Zwerge erhielten die Jungschützen viel Beifall. Besonders groß war die Freude von Schneewittchen (Ulli Werka), als sie vom Prinzen Ralf (Ralle) Senger wachgeküßt wurde.
Die Kostüme wurden bei Ulli Werka in der Küche hergestellt und waren mit Werbesprüchen  verschiedener Enniger Firmen mit Phosphorfarbe bemalt. Die “Werbeeinnahmen” aus dieser Aktion flossen auf das Fahnenkonto.
In den vergangenen Jahren hatte der Kugelfang auf der Pölinger Heide Rost angesetzt und es waren auch einige Schäden aufgetreten. Im Sommer 1988 wurde er gründlich renoviert. Unter Anleitung von Heinz-Udo (Heinemann) Reick halfen die Jungschützen beim Entrosten. Nach Ausbesserung der Schäden wurde er mit Rostschutzfarbe vorbehandelt und neu lackiert.

Ideenreich waren die Jungschützen, wenn es um ihre Kasse ging. So kaufte man sich im Sommer 1988 ein Ferkel, mästete es bei Ulli Werka im Stall und verkaufte es als Spanschwein .
Modisch zeigten sich die Jungschützen zum Winterkränzchen im Januar 1989.  Vom Urzeitmenschen bis zum utopischen Zukunftsvisionär stellten sie Kleidung und modische Accessoires vor.
Schon seit längerem erhofften sich die Jungschützen eine eigene Fahne oder Standarte. Durch viele Veranstaltungen, Sammlungen und Aktivitäten sammelten sie das notwendige Kapital (siehe oben). Im Herbst 1988 konnte eine neue Standarte bei der Fahnenstickerei der Benediktinerinnen im Kloster Varensell bestellt werden. Dort wurde der Entwurf erarbeitet und die Standarte gestickt. Sie trägt auf der einen Seite  das Schützenemblem mit zwei gekreuzten Gewehren hinter einer Zielscheibe auf goldenem Grund und die darüber gestickte Inschrift: “1974 - Jungschützen - 1989”  und  am unteren Rand den Vereinsnamen  “Schützenbruderschaft Enniger”. Auf der anderen Seite ist auf grünem Grund eine  Darstellung des heiligen Mauritius mit der Inschrift:”St. Mauritius Jungschützen Enniger” aufgestickt.

Am Schützenfestsonntag, 27. August 1989 wurde die Standarte im Verlauf der Schützenmesse in der Pfarrkirche St. Mauritius geweiht. In der Standartenweihe wies Pfarrer Hubert Hambrügge auf die wegweisende Bedeutung von Fahnen und Standarten hin. Er wünschte der Jungschützenkompanie ebenfalls eine wegweisende Bedeutung innerhalb der Schützenbruderschaft. Zum erstenmal begleitete die Blaskapelle des Musikvereins Vorhelm die Messe musikalisch. Während der Messfeier und Standartenweihe wurde die Standarte von Wolfgang Bönisch, Thomas Heuser und Rene Vanefeld getragen, später wurde sie an die Standartenträger Ralf Senger, Torsten Tovar und Ulli Heisler übergeben. Seit dieser Zeit hat die Kompanie in Anlehnung an den Namenspatron der Heimatpfarre den Namen “St. Mauritius Jungschützen Enniger”. Seither hat die Standarte eine wechselvolle Zeit erlebt. Sie wird bei den Prozessionen der Kirchengemeinde mitgeführt und  zu Jubiläen in Nachbarorte mitgenommen. Dabei ist sie dort schon mal vergessen worden und kam erst nach Zahlung einer erheblichen Biersumme wieder in den Fahnenschrank bei Spitthöver zurück.
Beim Winterkr��nzchen im Januar 1990 zeigten die Jungschützen eine “Misterwahl”. Die Kandidaten fielen leider aus vielerlei Gründen aus und so wurde der muskelbepackte Carsten Ulbrich “Mister Winterkränzchen”!

Im Sommer 1991 richteten die Jungschützen erstmals eine Autoorientierungsfahrt aus. Neben Ortskenntnis, Geschicklichkeit musste man auch einen Fragenkatalog beantworten. Besonders Andree Fricke und “Ralle” Senger hatten sich - besonders aber das Auto- gut  vorbereitet. Diese intensive Vorbereitung wurde jedoch nur mit dem letzten Platz belohnt. 1993 wurde diese Autorally nochmals wiederholt.
Das Winterkränzchen 1991 fiel wegen des Golfkrieges aus, die Jungschützen stellten jedoch auf einer Fete bei Bernd Ottofrickenstein ihre geplante Nummer der Öffentlichkeit vor. Hugo Egon Balder stellte dabei mit seiner Show “Tutti Frutti” das Vorbild für das “Chin Chin-Ballett”.
Am 25. Januar 1992 konnten die Jungschützen mit der “Rudi Carell Show” das Publikum im Saal des Lindenhofes unterhalten. “Laß dich überraschen!” war das Motto und die Überraschungen begeisterten das Publikum.
Zum Schützenfest vom 28. - 30. August 1992 wurde die Königskette der Jungschützen gründlich restauriert. Sie war in den vergangenen Jahren recht schwer geworden und hatte einige Schäden an den Bändern und Kettengliedern. Auch wurde ein neues Zentralstück eingesetzt.
In den vergangenen Jahren hatte man sich immer wieder Gedanken über eine ansprechende Uniform gemacht. Nach längerem Überlegen wurde eine neue Uniform angeschafft und die Kleiderordnung neu festgelegt: Schwarze Socken und Schuhe, schwarze Hose, weißes Hemd und eine schützengrüne Weste mit dem Emblem der Jungschützen auf der linken Brustseite.
Die Westen wurden von Nicole Käber-Künne genäht. Mit dieser neuen Uniform stellten sich die Jungschützen auf dem Schützenfest vor und bekamen viel Anerkennung.
Aufwendig war die Kulisse, die Effekte und die Technik auf dem Winterkränzchen 1993.Aufgeführt wurde ein modernes Märchen, welches die Jungschützen aus Rotkäppchen, Rumpelstilzchen und Hänsel und Gretel erarbeiteten hatten.

Nach der Verlegung des Festzeltes auf die Marktwiese im Jahr 1993 sind die Jungschützen für die Sicherung des Zeltes und der Marktwiese mit einem Bauzaun verantwortlich. Mitglieder der Jungschützen gehören auch zum Team des DJ “Die Unschuld vom Lande”, welches seit 1993 für Discomusik sorgt. Beeindruckend ist dabei der technische Aufwand bei der Musik- und Lichtanlage. Dominik Fissahn, Oliver Zumbült, Wolfgang Bönisch, Ulli Meise, Thomas Meinberger  und später Andre Fricke und Mathias Müller sorgten immer für den notwendigen Sound und für Laser-, Nebel- und Lichteffekte.
Nachdem das Schützenfest 1993 von der Pölinger Heide in den Ort auf die Marktwiese verlegt worden ist, wird der Schießstand der Jungschützen bei Dieter Haase an der Marktstraße aufgebaut.
Erster König wurde dort Harry Jury.

Schon seit längerem war der Saal des Lindenhofes für das Winterkränzchen zu klein geworden. Die Eintrittskarten waren knapp und am Abend vor dem Verkaufsbeginn schlugen die Jungschützen ein Lager vor der Lottoannahmestelle auf. Die Schützenbruderschaft entschied sich nach vielen Gesprächen mit dem SUS Enniger und der Stadtverwaltung Ennigerloh für eine Verlegung des Festes in die Sporthalle an der Marienschule. Die erste “Schützengala” wurde am 29. Januar 1994 nach umfangreichen Vorbereitungen in der Sporthalle gefeiert. Besonders anstrengend verlief der Aufbau der Technik.. Hier bewährte sich das Team der Schützendisco vom vergangenen Jahr. Auch das Programm begeisterte das Publikum in der restlos ausverkauften Halle. Mit dem Programmpunkt “Musik im Wandel der Zeit “ spannten die Jungschützen einen musikalischen Bogen vom Altertum bis in die Neuzeit und trugen so zum Gelingen der Schützengala bei.
Bis heute konnten die Jungschützen mit ihren Programmen Glanzpunkte bei jeder Schützengala setzen,
sei es 1995 mit dem Programm “Dingsda”, 1996 mit “Herzblatt”, 1997 “Die Bildzeitung” 1998 mit der Show “Nur die Liebe zählt!” und 1999 mit der “Mini Playback-Show”. Diese Auftritte der Jungschützen ließen die Sporthalle vor Begeisterung rasen. Ralf Senger, Peter Kersting, Andreas Hoppe, Jörg Tovar, Christian Westermann, Christian und Uli Heisler, Andreas Senger, und viele weitere  Akteure gestalteten jedesmal einen Höhepunkt im Festprogramm. Inhalte der Programme sind stets Geschehnisse aus dem Ennigeraner Dorfleben oder Persiflagen auf Ennigeraner Persönlichkeiten wie Carl Herbort, Rudolf Fissahn, Marianne und Heinz Bäumker, Helmut Berste oder “Omma 4he”.Neben den witzigen und pointenreichen Wortbeiträgen glänzen die Jungschützen auch durch ein aufwendiges Bühnenbild und trickreiche Technik.
Zum 20-jährigen Bestehen der Jungschützenkompanie 1994 war bereits am Morgen während des Frühschoppens die Stimmung ausgezeichnet. Nachmittags konnte Ralf Senger dann während der Krönung Abordnungen der Jungschützen aus Tönnishäuschen, Vorhelm und Ahlen begrüßen. Er stellte die Entwicklung der Jungschützenkompanie im folgenden Gedicht dar: 

Als im Jahre ´74,
die Debatten damals waren sehr hitzig,
die neue Jungschützenkompanie entstand
da war ein Feuer neu entflammt.
“Jungschützen” sollte jetzt das Schlagwort sein
und Viele gingen in den neuen Verein.
19 Mitglieder werden beim ersten Treffen gezählt,
ein Vorsitzender war schnell gewählt:
Thomas Meister sollte der Anführer sein.
20 Jahre ist das jetzt her.
Mittlerweile sind wir ein paar Mitglieder mehr.
Und weil wir 20-jähriges Jubiläum haben
werden natürlich auch Gäste eingeladen.
Weil Ihr so zahlreich erschienen seid
möchten wir Euch aus Dankbarkeit
ein Fahnenband überreichen
dies gilt für uns als Freundschaftszeichen.

Im dem folgenden Jahren bis heute konnten die Jungschützen weiter durch ihre Aktivitäten und Aktionen im Vereinsleben der Schützenbruderschaft überzeugen. Am Juni 1999 verstarb Dieter Lohmann. Er war Gründungsmitglied der Jungschützen und erster Fahnenoffizier. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken erhalten.
Die St. Mauritius Jungschützen Enniger haben heute 35 Mitglieder. Das Eintrittsalter ist 16 Jahre, spätestens nach Ableisten des Wehr- oder Ersatzdienstes sollte man die Jungschützenkompanie verlassen. Sie werden von folgendem Vorstand geführt:

Präsident:          Norbert Hoppe, Hoest 7, 59320 Ennigerloh
Vizepräsident:   Raphael Arens, Raiffeisenring 23, 59320 Ennigerloh-Enniger
1. Kassierer:     Christian Heisler
2. Kassierer:     Jens Viefhues
1. Schriftführer: Sebastian Fissahn
2.Schriftführer:  Christian Westermann
Fahnenwart:      Michael Posorski

Das Schützenfest als Hauptaktivität verläuft für die St. Mauritius Jungschützen heute folgendermaßen:
Man beginnt am Samstag vor dem Schützenfest mit einem Probeschießen in der Halle bei Willi Fissahn.
Für die Neulinge besteht so die Möglichkeit, das Vogelschießen mit dem Luftgewehr zu üben.
Am Montagabend steht auch für die Jungschützen Marschieren auf dem Plan: zusammen mit der Ehrengarde übt man den Marschschritt auf dem Schulhof.
Am Donnerstag beginnt die heiße Phase der Vorbereitungen: die Absicherung des Zeltes sowie der Aufbau der Musik- und Lichtanlage für die Disco am Freitag. Während der Zeltdisco übernehmen die Jungschützen zusammen mit der Ehrengarde den Kassendienst am Eingang.
Am Samstagmorgen muss aus dem Discozelt wieder ein Schützenzelt werden. Der Sicherungszaun wird abgebaut und das Zelt wird geschmückt. Auch der Schießstand für das Königsschießen wird bei Dieter Haase aufgebaut, so dass nachmittags dort der neue Jungschützenkönig ermittelt werden kann.
Zu Beginn des Frühschoppens am Sonntagvormittag helfen die Jungschützen selbstverständlich mit, den ersten Ansturm auf Freibier und Töttchen zu bewältigen.
Nach dem Frühschoppen trifft man sich dann während der Mittagspause zu einem strengen Kleiderappell.
Hier kommt es manchmal zu bewegenden Szenen, wenn einige Jungschützen ihre Fehler in der  Kleiderordnung zu vertuschen suchen. Im Verlauf der Krönung am Sonntagnachmittag erhält dann auch der Jungschützenkönig die Königskette und marschiert im Festzug im Gefolge des Schützenkönigs mit.
Abends beteiligen sich auch die Jungschützen an der Polonaise. Als einzige Gruppe überreichen sie vorher ihren Damen einen Blumenstrauß.
Am Montagnachmittag nach dem Schützenfest treffen sich die Jungschützen, um die Marktwiese aufzuräumen und zu säubern. Danach marschiert man zusammen mit der Ehrengarde zu Spitthöver, um dort nach einem Abendessen das Schützenfest ausklingen zu lassen. Diese Feier kann bis in den frühen Dienstagmorgen andauern.
In der langen, oft schwierigen und wechselvollen Geschichte der Jungschützenkompanie konnten diese jedoch immer wieder mit ihren Aktivitäten und ihrem Auftreten die Geschichte der Schützenbruderschaft mitbestimmen und Akzente setzen. Auch sind sie für eine aktive Jugendarbeit für das Schützenwesen unerlässlich.  Sie wussten immer wieder im aktiven Vereinsleben zu überzeugen und sind heute als fester und wichtiger Bestandteil vollständig in die Schützenbruderschaft Enniger 1929 e.V. integriert.