Historie

Das Schützenwesen ist in Enniger seit 1876 mit der Gründung des Krieger- und Landwehr- Vereins organisiert. Die jeweiligen Vereinsleiter hatten seinerzeit verschiedene Bezeichnungen.
Erst mit Gründung der Schützenbruderschaft 1929 setzte sich die Bezeichnung "1.Vorsitzender" durch.

 

75 Jahre

Schützenbruderschaft Enniger 1929 e.V.

 

Die Vorgeschichte

Einen genauen zeitlichen Beginn der Schützengeschichte in Enniger anzugeben ist kaum möglich, da es keinen exakten Zeitpunkt gibt, an dem alles begann. Zur Geschichte selbst kann grundsätzlich folgendes ausgeführt werden:
Es ist davon auszugehen, dass im 30-jährigen Krieg von 1618 bis 1648 das Schützenwesen in Westfalen seine „militärische" Bedeutung und damit einen wesentlichen Teil seines Selbstverständnisses verloren hat. Erst Jahrzehnte später konnten die Schützenvereine sich wieder ihren Aufgaben widmen.

Nach der Landesverteidigungsordnung des Fürstbistums Münster durch Bischof  Bernhard von Galen vom 17.09.1669 mussten aus jedem Haus an jedem Sonntagnachmittag ein waffenfähiger Mann zur Waffenübung antreten. Sogenannte Kirchspielführer hatten diese Übungen mit ihren Unterführern zu leiten.
Man kann daher davon ausgehen, dass auch im Bereich des damaligen Dorfes „Anigere“ bereits in damaliger Zeit ein entspr. Schützenwesen existiert hat. Es finden sich zwar Hinweise, konkret nachzuweisen ist es jedoch nicht.

Nach den Forschungen des im Jahr 2002 verstorbenen Heimatforschers Egon Stutenkemper gab es in Enniger im Jahre 1812 den ersten dokumentierten Hinweis auf ein Schützenfest. In einem Buch aus dem Pfarrhaus der St. Mauritius Pfarrgemeinde fand er einen Zettel des damaligen Vikars Hermann Rame. Dieser hatte dort handschriftlich das Publikandum für die Frühmesse am 5. Juni 1812 niedergeschrieben und darin die Feier des Schützenfestes am Vortag, 4. Juni 1812, angeprangert. Die Bischöfliche Behörde (General- Vikariat Münster) hatte nämlich für den 5. Juni 1812 die „Bittprozession zur Abwendung von Feuersbrünsten“ festgesetzt und darauf gedrungen, dann keine „unpassenden und mit der Brandprozession nicht zu vereinbarenden  Tanz- und Lustbarkeitsvergnügungen“ zu veranstalten. Als Konsequenz für die „nicht gottesfürchtigen Christen“ und wohl auch aus Ärger, das er selber „ nicht mitwirken durfte und wollte und die öffentlichen Bettage der hl. Kirche durch eine derartige Schwärmerei entehrt wurden“, sagte er die Prozession kurzerhand ab. Nach einer mündlich überlieferten Interpretation dieser Fundstelle durch Egon Stutenkemper lassen die Formulierungen in dieser Quelle  darauf schließen, dass es nicht das erste Schützenfest in Enniger war. Genauere Angaben darüber gibt es aber nicht. Es ist daher jedoch zusammenfassend zu vermuten, dass es bereits sehr lange vor dieser Zeit Schützenfeste und auch Schützenvereine in Enniger gegeben hat.
Weitere Hinweise auf Aktivitäten der Schützen in Enniger findet man in einem Beitrag von Anton Schulte über das Schützenwesen im Kreis Beckum. Dort wird über mehrere Schützenfeste in Enniger in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts berichtet. Es wurden mehrmals Genehmigungen zum „Erlegen eines Holzvogels mittels Gewehren und Durchführung von Festlichkeiten“ erteilt, obwohl die „Hohen Herren in Münster und in Freckenhorst“ dies mit Argwohn betrachteten. Gemeint sind hier die Kirchenoberen der Stiftskirche Freckenhorst und des Bistums Münster.

In den Jahren 1862 bis 1868 hat eine Schützengesellschaft Enniger wiederholt versucht eine Genehmigung zur Durchführung von Schützenfesten und Vogelschießen zu erhalten. Wiederholt wurde dieses Ansinnen vom Amtmann der Kreisverwaltung abgelehnt. Das auch hierbei wiederum die Kirche eine Rolle gespielt haben könnte, kann man mit einem Augenzwinkern vermuten: hatte doch der damalige Pastor Bernhard Anton Sondermann einen heißen Draht zum Amtmann und konnte so das Geld „der arbeitenden Klasse des Dorfes und einiger Landwirte“ in den Spendentopf zum Bau der Pfarrkirche (1862 – 64) umleiten. Hinweise dazu findet man in den  „Quellen und Forschungen zur Geschichte des Kreises Beckum, Band V“ im Kreisarchiv Warendorf.
Über die Geschehnisse der folgenden Jahre ist nichts bekannt. Leider gibt es auch über die bisher erwähnten Aktivitäten keine durchgängigen Aufzeichnungen oder Vereinsunterlagen sondern nur die o.a. punktuellen Hinweise. 

 

Der Kriegerverein Enniger

Die historischen Ereignisse der damaligen Zeit, insbesondere die Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 haben dann auch in Enniger Spuren hinterlassen. Am 26. März 1876 wurde in Enniger der „Krieger- und Landwehr-Verein zu Enniger“ gegründet.Das Original der am 31. August 1876 beschlossenen Satzung sind erhalten. Dieser Kriegerverein war der Vorgänger der heutigen Schützenbruderschaft.
In den nachfolgenden Jahren kam es immer wieder zu Differenzen über die Mitgliedsstatuten. Mitglied im Kriegerverein konnten nur „gediente“ Männer werden. Immer wieder hatten aber auch junge Männer versucht Mitglied im Kriegerverein zu werden, immer wieder war dieses Ansinnen nach den Statuten abgelehnt worden. Besonders heftig wurde dieser Streit nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und in den zwanziger Jahren ausgetragen.  Erst 1929 haben die Verantwortlichen eingesehen, dass ein aktives Vereinsleben ohne junge Mitglieder nicht möglich ist. Sie beschlossen daher am 22. September 1929 die Aufstellung eines Schützenzuges. Dort konnten auch Mitglieder ohne aktiven Wehrdienst Mitglied werden. 

 

Die Gründung

Die Aufstellung dieses Schützenzuges kam jedoch nicht mehr zustande. Am 15. November 1929 gründete sich der Schützenverein Enniger. Er änderte seinen Namen nach der Wiedergründung im Jahr 1951 in Schützenbruderschaft Enniger 1929 e.V. Die Unterlagen der heutigen Schützenbruderschaft Enniger 1929 e.V. beginnen mit einem Jahresbericht vom 22. Januar 1930. Hier wird von einer Versammlung am 6. Oktober 1929 zur Vorbereitung der Gründung eines Schützenvereins berichtet. Die offizielle Gründungsversammlung fand dann am 15. November 1929 in der Gaststätte Nölle-Heringloh statt. Es fanden sich damals eine Reihe junger Männer die in den neuen Schützenverein Enniger eintraten. Namentlich sind davon aus mündlichen Überlieferungen bekannt:
Theodor Austermann-Menke,  Bernhard Fiehe, Bernhard Grundkötter, Stefan Hartmann, Josef Hinse, Wilhelm Huerkamp, Willy Jasper,  Berthold Koch-Dufhues, Gerhard Kottenstedde, Karl Lienkamp, Heinrich Markfort, Georg Nölle, Bernhard Recker, Karl Reinartz, Albert Rövekamp, Heinrich Rottmann, Heinrich Spitthöver,  Josef Spitthöver, Paul Spitthöver,  Albert Wessling, Heinrich Wessling und Bernhard Wittmund. 

Dem Bericht und der noch erhaltenen Satzung vom 23. Januar 1930 ist zu entnehmen, dass auf allgemeinen Wunsch der Lehrer Karl Reinartz einstimmig zum Vereinsleiter gewählt wurde. In dessen Bericht  ist von einer Stimmzettelwahl die Rede wodurch der Vorstand gewählt wurde. Zum Vorsitzenden wurde Heinrich Markfort gewählt, zum Schriftführer Karl Lienkamp und zum Kassierer Josef Hinse. Ebenso wurden Heinrich Rottmann, Albert Wessling, Bernhard Grundkötter und Paul Spitthöver in den Vorstand gewählt. Als Jahresbeitrag wurde die Summe von 3,- RM festgesetzt, zum Vereinslokal die Gastwirtschaft Lienkamp gewählt. Als erste Aktivität des neuen Vereins wurde am 31. Dezember 1929 eine Silvesterfeier in der Gaststätte Nölle ausgerichtet. Dort erfolgte auch die Aufnahme neuer Mitglieder. Der Kriegerverein Enniger bot dem neuen Schützenverein am 5. Juli 1930 einen Zusammenschluss an um “der Idee der Volksgemeinschaft“ zu dienen“. Dies wurde aber vom Schützenverein abgelehnt.Bereits am 24. August 1930 feierte der noch junge Verein sein erstes Schützenfest. Dazu wurde neben dem Vorstand auch ein Offizierscorps gewählt:
Schützenoberst wurde Felix Gersmannn, Hauptmann Konrad Baxpöhler, Adjutant Theodor Jeutrup und Hauptfeldwebel Franz Hamels. Erster Fahnenträger wurde Clemens Deipenbrock. In den folgenden Jahren wurden neben dem Schützenfest auch ein Winterfest gefeiert. Der Verein wuchs kontinuierlich und erreichte im Juni 1937 bereits die stattliche Zahl von 154 Mitgliedern. Auf Druck des damaligen Gauleiters Lorenz musste sich der Schützenverein in Schützenkameradschaft Enniger umbenennen und dem Deutschen Schützenverband beitreten. Der 1. Vorsitzende Karl Reinartz musste sich Kameradschaftsführer nennen. Im November wurden Schießriegen aufgestellt welche eine vormilitärische Ausbildung erhielten. Sie mussten im Winter am „Opferschießen“ zugunsten des Winterhilfswerkes teilnehmen.

Ab 1938 fand das Schützenfest an zwei Tagen statt. Am ersten Tag fand nachmittags das Vogelschießen um die Königswürde statt, der zweite Tag begann mit dem Kirchgang und einem Frühschoppen, nachmittags fand dann die  Königskrönung statt und am Abend der Festball. Zudem wurde nachmittags ein Kleinkaliberschießen für die Jugendlichen durchgeführt.  Nach dem Schützenfest im Juni 1939 stellte die Schützenkameradschaft Enniger mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1. September ihre Vereinsaktivitäten ein. Die Königskette und auch das Diadem der Königin wurden von König Paul I. Spitthöver und Königin Christine I. Austermann gut aufbewahrt und überstanden die Kriegswirren unbeschadet. Leider gingen die Vereinsfahne, die Schärpen, Degen, Protokolle und Akten bis auf einige Jahresberichte im Durcheinander der letzten Kriegstage im April 1945 verloren.  

 

Die Wiedergründung

In den ersten Jahren nach dem Ende des zweiten Weltkrieges waren die Bürger aus Enniger mit der materiellen und psychischen Bewältigung der Kriegsfolgen beschäftigt. Erst am 22. Juli 1951 waren sie zur Wiedergründung aufgerufen. 90 Bürger, darunter viele ehemalige Mitglieder der Schützenkameradschaft Enniger aber auch viele neue Mitglieder trafen sich in der Gaststätte Brester-Münstermann. Unter der Leitung von Wilhelm Hartmann beschloss die Versammlung das Schützenwesen in Enniger wieder zu reaktivieren. Nach dem Wiedergründungsbeschluss wählte man Albert Wessling zum neuen 1. Vorsitzenden. Weiter gehörten dem Vorstand Wilhelm Hartmann, Karl Lienkamp und Josef Herweg an. Auch Offiziere wurden gewählt: zum Oberst Josef Rottmann, zum Hauptmann Paul Wieler, Adjutanten wurden Alfons Eggert und Theodor Hanskötter, Hauptfeldwebel Anton Austermann und Feldwebel Bernhard Knaup.

Sofort nach der Gründungsversammlung widmete man sich wieder dem eigentlichen Zweck der Bruderschaft und feierte am 2. September 1951 bereits das erste Schützenfest. Sofort nahm man auch eine alte Tradition wieder auf und lud die benachbarten Schützen aus Tönnishäuschen und Vorhelm zum Fest ein. Diese Tradition besteht bis heute, sie wird ergänzt durch die Gastbesuche der Schützen aus Ennigerloh, Ostenfelde und Westkirchen seit der kommunalen Neuordnung im Jahr 1975. Die verlorene Vereinsfahne wurde 1952 durch eine neue Fahne ersetzt. 
Da nach dem zweiten Weltkrieg der Kriegerverein Enniger nicht wieder reaktiviert wurde, übernahm die Schützenbruderschaft die Traditionen dieses Vereins. Dazu zählen das Mitführen der aus dem Jahr 1876 stammenden Kriegerfahne im Festzug des Schützenfestes, die Teilnahme am Begräbnis verstorbener Mitglieder sowie die Gestaltung der Feier am Ehrenmal zum Volkstrauertag. Die ehrwürdige auf Nesselstoff gemalte Kriegerfahne hat den ersten und zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden, sie steht heute unter Denkmalschutz und darf nicht mehr bewegt werden. Sie wurde 1994 durch eine neue „Traditionsfahne „ ersetzt.

Unter der Leitung von Berti Wessling, Wilhelm Hartmann, Heinrich Wösthoff, Rudolf Fissahn und Klaus Schlüchtermann entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten die Schützenbruderschaft zum
zweitgrößten Verein in Enniger mit ca. 700 Mitgliedern.

 

Die Schützenbruderschaft heute

Der Verein hat in den vergangenen 75 Jahren seit seiner Gründung viele verschiedene Strukturen und Wechsel in Abhängigkeit vom Zeitgeist und den jeweiligen gesellschaftlichen  Rahmenbedingungen vollzogen. Er hat sich als Traditionsverein dabei der Wahrung der Grundwerte wie Kameradschaft, Gemeinsinn sowie Heimat- und Brauchtumspflege ebenso verschrieben wie der Ausübung sozialer Aufgaben aus dem traditionellen Auftrag von Schützenbruderschaften. Die Schützenbruderschaft stellt sich heute als prägendes Mitglied der Dorfgemeinschaft in Enniger dar.

Das alljährliche Veranstaltungsprogramm dokumentiert anschaulich die Bedeutung der Bruderschaft für Enniger:

  • dritter Sonntag im Januar:            Generalversammlung
  • letzter Samstag im Januar:           Schützengala in der Sporthalle
  • Anfang März:                               Reinigung des Dorfes
  • Sonntag vor dem 1. Mai:               Aufstellen des Maibaumes
  • Mitte Juni:                                    Fahradrallye mit Biwak
  • erster Sonntag im Juli:                  Schützenversammlung
  • letztes Wochenende im August:     Schützenfest
  • letzte Sonntag im Oktober und
    drei folgende Sonntage:                   Preiskegeln
  • Volkstrauertag                              Gedenkfeier am Ehrenmal
  • Wochenende des 2. Advent:           Weihnachtsmarkt

 

Zum Programm der Schützenbruderschaft gehören auch die Teilnahme der Fahnenabordnungen bei kirchlichen Anlässen wie z.B. Prozessionen. Zusätzlich werden von den einzelnen Formationen und Abteilungen eigene Veranstaltungen und Aktionen angeboten und durchgeführt wie z.B. die regelmäßigen Sammelaktionen der „Rumänienhilfe“, die Veranstaltungen der Ehrengarde, der VEE, der Jungschützen, der Damengarde, der Kompanien, usw.. Dazu hat sich im Verlauf der Jahre innerhalb der Schützenbruderschaft eine vielschichtige Struktur entwickelt welche aber trotzdem  gemeinsame Ziele und Ideale  verfolgt:

Der geschäftsführende Vorstand

Er besteht nach den Bestimmungen des Vereinsrechtes aus dem BGB.
Er leitet die Bruderschaft nach den Merkmalen des BGB und vertreten sie gegenüber Dritten.
Zusätzlich ist ihre Aufgabe die Überwachung der rechtmäßiger Erfüllung der satzungsbedingten Aufgaben. 

Der erweiterte Vorstand und Festausschuss

Zu ihm gehören neben dem geschäftsführenden Vorstand die Vertreter der einzelnen Formationen und des Offizierscorps sowie der Festausschuss. Zusätzlich sind bei speziellen Aufgaben und Fragestellungen auch einzelne Mitglieder bei den Sitzungen anwesend. Zum erweiterten Vorstand und Festausschuss gehört ebenso der Ehrenvorsitzende Rudolf Fissahn. Wesentliche Aufgabe dieses Gremiums ist die Vorbereitung und Durchführung der Feste und Aktivitäten der Bruderschaft. 

Die Ehrengarde

Sie wurde am 27. Juli 1952 gegründet und ist das Aushängeschild der Schützenbruderschaft. Von 13 Gründungsmitgliedern hat sich die Ehrengarde zu der wichtigsten Formation innerhalb der Schützenbruderschaft entwickelt.

Am 10. April 1988 trat die seit dem 25. Juni 1983 unter dem Namen Schützenmädchen bekannte weibliche Formation der Ehrengarde bei. Seit dem wird diese Gruppe als weibliche Ehrengarde bezeichnet. Mit  101 Mitgliedern (40 weibl., 61 männl.) ist diese Abteilung die mitgliederstärkste Formation innerhalb der Schützenbruderschaft und stellt so auch einen Teil des Nachwuchses der Schützenbruderschaft.

Die Ehrengarde übernimmt in der Schützenbruderschaft eine Reihe repräsentative und organisatorische Aufgaben. Sie repräsentiert die Schützenbruderschaft Enniger 1929 e.V. bei vielen Einladungen z.B. bei Jubiläen benachbarter Vereine und bei Gastbesuchen z.B. in Aachen-Hitfeld. Im Verlauf des Schützenfestes übernimmt die Ehrengarde das Spalier während der Feier am Ehrenmal, bei der Krönung und beim Einmarsch der neuen Majestäten ins Festzelt. Einer der Höhepunkt des Schützenfestes ist der Parademarsch der Ehrengarde.

In der Organisation leistet die Ehrengarde einige Arbeiten. Sie ist maßgeblich an der Zeltdisco am Freitag vor dem Schützenfest beteiligt, führt die Kinderbelustigung am Samstagnachmittag durch, ist als Hilfe beim Frühschoppen tätig, organisiert den Fackelverkauf zur Polonaise und sorgt dafür, dass am Montagnachmittag Marktwiese und Sportplatz aufgeräumt werden. Mitglieder der weiblichen Ehrengarde sorgen für den Verkauf von Kaffee und Kuchen während des Vogelschießens. Besonders erwähnenswert ist der Mittagsrundgang nach dem Frühschoppen und der Schützenfestkehraus am Montagabend. Hier kommt es immer wieder zu absoluten Highlights im Festablauf des Schützenfestes.

Die Fahnenschläger der Ehrengarde übernehmen seit 1966 den Fahnenschlag am Sonntagmorgen am Marienheim und bei der Krönungszeremonie. Auch wahrend des Festmarsches zeigen sie Ihr Können. Mit dem Fahnenschlag sind sie aber auch Repräsentanten der Schützenbruderschaft bei anderen Schützenfesten.
In die Ehrengarde integriert sind die Kanoniere der Schützenbruderschaft seit 1990.

Bei der Aufstellung des Maibaums ist die Ehrengarde ebenso beteiligt wie bei der Organisation des Preiskegelns. Nicht zuletzt sind die Mitglieder der Ehrengarde ein fester Programmpunkt auf der Schützengala und in den Ballettgruppen. Selbstverständlich beteiligen sich die Mitglieder der Ehrengarde aktiv auch an allen anderen Aktivitäten im Jahresprogramm der Schützenbruderschaft. Sie organisieren daneben noch interne Veranstaltungen wie Ausflüge, Sommerfeste und Besichtigungen. Für die Fülle von Aufgaben stehen der Ehrengarde einige Rechte zu. z.B. seit 1986 das Ausschießen eines eigenen Königs - bei diesem Schießen dürfen auch Ehrengardistinnen teilnehmen.
  Das Tragen von Gewehren, das Führen einer eigenen Standarte.  

Die Vereinigung ehemaliger Ehrengardisten (VEE)

Diese Abteilung wurde 1989 als Reaktion auf die Altersgrenze in der Ehrengarde gegründet.
Sie besteht aus diesem Grund heute aus 47 bereits erfahrenen ehemaligen Mitgliedern der Ehrengarde.

Nach dem Abschied aus der Ehrengarde verloren die ehemaligen Mitglieder eine Reihe ihr lieb gewonnener Aktivitäten. Deshalb schlossen sich die 12 Gründungsmitglieder am 28. August 1989 zur VEE zusammen um am Montagabend das Schützenfest nach einem Abendessen beim Festwirt langsam ausklingen zu lassen. Mit der Verlegung des Schützenfestes auf die Marktwiese im Jahr 1993 bot sich für die Mitglieder die Gelegenheit zur Übernahme verschiedener Aufgaben. Sie erstellten zusammen mit ihren Ehefrauen und/oder Lebenspartnern einen Willkommensbogen vor dem Festzelt, schmücken den Eingang zum Festzelt und verschönern die Festwiese und das Zelt mit Fahnenschmuck. Am Montag nach dem Schützenfest räumen die Marktwiese gemeinsam mit der Ehrengarde wieder auf. Seit 1994 sind Mitglieder der VEE auch aktiv an den Vor- und Nachbereitungen der Schützengala beteiligt. Sie wirken dort auch an einigen Programmpunkten aktiv mit. Aufgrund ihrer Erfahrungen sind sie z. T. auch noch in anderen Gremien der Schützenbruderschaft aktiv.
Die Mitglieder treffen sich in unregelmäßigen Abständen auch zu internen   Veranstaltungen wie Besichtigungen oder Infofahrten.  

Die Damengarde

Die Damengarde ist die jüngste Formation in der Schützenbruderschaft.

Ihrer Gründung im Jahr 1999 liegen ähnliche Motive zu Grunde als bei der VEE. Auch in der weiblichen Ehrengarde gab es eine Altersgrenze mit dem Verlust von gern durchgeführten Aktivitäten. Deshalb fanden sich inzwischen 23 Damen zu dieser Formation zusammen. Hier können auch Frauen Mitglied werden welche bisher noch nicht in der Schützenbruderschaft aktiv gewesen sind oder erst später das Interesse für das Schützenwesen entdeckt haben. Auch diese Gruppe hilft beim Aufräumen der Marktwiese mit, versorgt die dort Arbeitenden mit Kaffee und Kuchen und feiert am Montagabend einen gemütlichen Ausklang. Ebenso gestalten sie interne Aktivitäten wie z.B. Fahrradtouren. 

Die Jungschützen

Diese Gruppe hat sich der Förderung des Nachwuchses verschrieben. Seit ihrer Gründung am 14. Juli 1974 ist sie die erste Kontaktmöglichkeit der Jugendlichen zum Schützenwesen in unserem Dort Enniger. Ihre 44 Mitglieder können bereits mit dem 16. Lebensjahr in die Schützenbruderschaft eintreten. Auch die Jungschützen werden von einem eigenen
Vorstand geführt.

Von Anfang an haben die Jungschützen einen König aus ihren eigenen Reihen mit einem Luftgewehrschießen ermittelt.  Seit Gründung haben die Jungschützen eine Fahne, seit 1989 eine eigene Standarte im Festzug mitgeführt.

Auch die Jungschützen haben innerhalb der Schützenbruderschaft Aufgaben übernommen. Neben der Jugendförderung sind sie maßgeblich an der Vorbereitung der Zeltdisco beteiligt. Am Samstagmorgen des Schützenfestes helfen sie bei der Vorbereitung der Marktwiese tatkräftig mit und sind auch am Montag nach dem Fest beim Aufräumen aktiv dabei. Mitglieder der Jungschützen betreuen die vereinseigene Beschallungsanlage zum Schützenfest, zu den Versammlungen, Veranstaltungen und am Volkstrauertag.

Die Jungschützenkompanie hat mit ihren Programmpunkten alljährlich Glanzpunkte des Winterkränzchens, seit 1994 der Schützengala gesetzt. Auch bei der Vorbereitung und den Umbaumaßnahmen in der Sporthalle helfen sie  tatkräftig mit. Lange Jahre waren die Jungschützen Ausrichter zahlreicher Fußballturniere und stellen von Beginn an eine Mannschaft beim „Spiel ohne Grenzen“ der alljährlichen Sporttage des SuS Enniger.

Im Verlauf des Jahres treffen sich die Jungschützen zu eigenen Aktivitäten wie Ausflüge, Besichtigungen, Spielabende, Versammlungen usw. Berühmt und bekannt ist die „Mittagsruhe“ mit Uniformkontrolle nach dem Frühschoppen. 

Die Rumänienhilfe: Aktion „Enniger hilft Rumänien“

Ihren Anfang nahm die Rumänienhilfe Enniger, oder besser die Aktion „Enniger hilft Rumänien“, mit einem Vortrag der deutschstämmigen Ordensschwester Beatrix aus Malcoci/Rumänien im September 1990 am St. Michael Gymnasium in Ahlen. Sr, Beatrix schilderte dort so anschaulich das Leid der Menschen, dass Brunhild Fissahn und Hedwig Gersmann das Gehörte sofort dem 1. Vorsitzenden der Schützenbruderschaft und Ehemann Rudolf Fissahn erzählten. Dieser war ebenfalls so ergriffen von diesen Erzählungen, dass er auf der Generalversammlung  am 28. Oktober 1990 den Schützen vorschlug, den Erlös des anstehenden Weihnachtsmarktes für eine Rumänienhilfe zu spenden. Im Verlauf der nächsten Wochen stellte sich jedoch heraus, dass Hilfstransporte anderer Organisationen nicht immer ihr geplantes Ziel erreichten. Deshalb beschloss man kurzerhand einen eigenen Transport zu organisieren und mit eigenen Leuten zum Heimatort von Sr. Beatrix zu fahren. Nach Überwindung unzähliger bürokratischer Hindernisse und Erhalt von vielen notwendigen und auch nicht notwendigen Genehmigungen konnte vom 30. April bis 9. Mai 1992 der erste Rumänien Hilfstransport erfolgen. Dank der Mithilfe vieler Freiwilliger konnten zwei LKW der Firma Ottofrickenstein und den Milchwerken Münsterland mit 28 t Hilfsgütern beladen werden. Die Hilfsgüter wurden im Keller der Grundschule gesammelt, dort in Kartons verpackt und auf die LKW verladen. In diesen LKW waren Hubert Gersmann und Hubert Avermiddig sowie Bernd Ottofrickenstein und Werner Tewes als Fahrer eingesetzt. Weitere 4 Helfer, Rudolf Fissahn, Reinhard Kottlarz, Klaus Schlüchtermann und Heinz-Udo Reick fuhren in einem Wohnmobil an der Spitze der Kolonne. Nach vielen technischen und bürokratischen Hindernissen und Überwindung von Schikanen durch Zöllner und Beamte auf dem Weg nach Malcoci konnten die ersten Hilfsgüter im 2480 km entfernten Donaudelta abgeliefert werden. Um sich untereinander auch auf weitere Entfernung sehen zu können waren alle Mitfahrer mit roten Overalls bekleidet. Diese Overalls sollten bei späteren Hilfstransporten dazu führen, dass in Rumänien in den Orten Malcoci und Tulcea die Helfer aus Enniger den Namen „Rote Engel“ bekamen.  Unterstützt wurden neben ca. 400 Familien auch ein Kinder- und Waisenheim, ein Krankenhaus, ein Altenheim und eine Leprastation.

Die acht „Rumänienfahrer“ brachten von ihrem Hilfskonvoi eine menge so bewegende Eindrücke mit das es einige Wochen dauerte bis alles verarbeitet war. So wurde z. B. ein Mitfahrer auf Knien um ein Paar alte ausgetretene Sportschuhe angefleht.

Die Erfahrungen des ersten Transportes und die Informationen vom Leben in Rumänien stärkten das Engagement der Hilfsaktion. Inzwischen sind 8 Hilfstransporte in den vergangenen Jahren organisiert worden. Der Kreis der Helfer wurde auf ca. 100 Personen ausgeweitet. Auch außerhalb von Enniger gibt es Unterstützung durch Organisationen und Einzelpersonen z.B. aus Ennigerloh, und Warendorf sowie durch die Stadt Ennigerloh. Der letzte Transport fand vom 22.4. bis 30.4. 2005 nach Tulcea statt. Mit 4 LKW und einem Wohnmobil wurden von den 18 Mitfahrern ca. 100 t Hilfsgüter und Nahrungsmittel transportiert. Inzwischen sind auch die Organisation und Durchführung erleichtert worden. Dank der Öffnung des Ostens Europas sind die Straßenverhältnisse verbessert und die bürokratischen Hemmnisse etwas abgebaut worden. Auch haben sich im Verlauf der letzten Jahre die Zusammensetzung der Hilfslieferungen geändert. Wurden zu Anfang hauptsächlich Kleidung und Nahrungsmittel mitgenommen so stehen inzwischen auch technische Hilfe wie z.B. Bohrgeräte, Sanitärcontainer, medizinisches Gerät, Brillen, landwirtschaftliche Geräte und Pflanzgut sowie Kinderspielzeug auf der Transportliste. Auch ein komplettes Fertighaus für die Hilfsorganisation vor Ort wurde beim letzten Transport mitgenommen und aufgebaut.

Die Aktion „Enniger hilft Rumänien“ wird heute maßgeblich von Dominik Fissahn, Wolfgang Bönisch und Günter Fischer geleitet. Grundlage der Arbeit ist immer noch die wöchentliche Kleidersammlung am Samstagmorgen an der Grundschule und der alljährliche Weihnachtsmarkt. Trotz allen Fortschritts im technischen und organisatorischen Bereich bedeutet jeder Hilfstransport eine logistische Höchstleistung und die Zusammenarbeit und das freiwillige Engagement vieler Helfer, Freunde und Sponsoren. Auch ohne  die Spenden vieler Einzelpersonen und Organisationen könnte die Aktion ihre Hilfe nicht leisten.  Diese Hilfe ist weiterhin dringend notwendig. 

Die Sportschützen „Treffer ´91“ Enniger e.V.

Als selbstständige Abteilung der Schützenbruderschaft am 25. März 1991 gegründet vertreten die Sportschützen mit ihren ca. 85 Mitgliedern den schießsportlichen Teil des Schützenwesens in Enniger.  Sie haben ihre Heimat in der 50 m KK-Schießanlage im Sportpark Balhorn. Baubeginn der vereinseigenen Anlage und des dazugehörenden Clubheimes war am 11. Juli 1991, Richtfest am 21. März 1992 und die Fertigstellung wurde mit einem großen Tag der offenen Tür am 9. und 10 Juni 1993  gefeiert. Im September 1993 nahmen die Mitglieder den Trainingsbetrieb auf 5 KK- und 4 LG- Bahnen auf. Dort wird zu regelmäßigen Trainingszeiten dienstags von 18.oo bis 22.oo Uhr und 14-tägig sonntags von 17.oo bis 19.oo Uhr in den Disziplinen KK, 50 m und LG 10 m sportlich geschossen. Bei Bedarf kann auch noch die Trainingszeit donnerstags von 19.oo bis 22.oo Uhr genutzt werden.

Dank eines engagierten Vorstandes konnten bereits mehrere vereinseigene Waffen und entspr. Equipment angeschafft werden um die Trainingsbedingungen zu verbessern. Die erste Vereinsmeisterschaft wurde im Febr./März 1994 ausgetragen und die Meister auf einer Feier am 2. April 1994 geehrt. Neben dem Meisterpokal werden ihre Namen seit der Zeit auf einer Ehrentafel im Clubheim angebracht.

In Laufe der Zeit konnten die Leistungen der Schützinnen und Schützen so aufgrund der optimalen Trainingsbedingungen deutlich verbessert werden. In den wenigen Jahren ihres Bestehens haben die Mitglieder bereits eine große Anzahl von Erfolgen erzielen können. Das Ergebnis der Bemühungen sind eine große Anzahl bei vielen Wettkämpfen, Pokalschießen und Meisterschaften  errungene Mannschaftspokale, Siegertrophäen und Urkunden. Sie zieren das Clubheim oder sind in der Vitrine untergebracht. Neben vielen Einzeltiteln war der größte bisherige sportliche Erfolg der Gewinn des Kreispokals im Ligawettbewerb LG frei des Schützenkreises Beckum in der Saison 1999/2000. Bei den Einzelwettbewerben konnte Thorsten Stuckmann am 10. Oktober 1998 in Minden die Würde des Landesjugendkönigs des Westfälischen Schützenbundes erringen. Zuvor war er bereits Kreisjugendkönig des Schützenkreises Beckum geworden.

Die Sportschützen werden von einem eigenen, unabhängigen Vorstand geleitet welcher nach den Grundsätzen eines Sportvereins strukturiert ist. 

Mitglieder der Sportschützen „Treffer ´91“ Enniger haben auch über den Ort hinaus Aufgaben innerhalb der Sportorganisationen z.B. im Schützenkreis Beckum und im Westfälischen Schützenbund übernommen.

Alljährlich am letzten Wochenende im September stellen sich die Sportschützen

„Treffer ´91“ mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vor. Für die Schützenbruderschaft richten sie in jedem Frühjahr seit dem 23. Juni 1996 das Kompaniepokalschießen aus. Auch für alle anderen Vereine in Enniger bieten sie jährlich im November eine sehr beliebte Veranstaltung an: auf Initiative von Anton Beermann findet seit dem 9. November 1996 ein Schießen um den Dorfvereinspokal statt.